HH:Tourismisierung

15.07. 2021

Hamburg. Der große Dezentralisierungsschub wird im heute bereits poyzentrischen Hamburg noch intensiver wirken. Mit Konsum-, Unterhaltung- und partiell Arbeit befinden sich fast alle relevanten Lebensbereiche im Wohnumfeld, das Leben konzentriert sich nun dort.

Homogene, “schreibtischreiche” Stadtteile wie Ottensen, Schanzenviertel, Eimsbüttel, Eppendorf, Winterhude und St. Georg werden sich noch stärker binnenorientieren, die wachsende Hafen-City ebenfalls. Der Fahrradtrend schränkt den Bewegungsradius ein, ähnliche Konsum- und Lebensgewohnheiten forciert die Etablierung lokaler  Versorgungs-, Handels und Gastronomiestrukturen – es entstehen kleine Städte mit eigenen Innenstädten. Die sozialen Kontakte sind intensiv, Bedarf und Anlässe, die eigenen Viertel zu verlassen, sinken, die Stadtteile besitzen selbst eine hohe Anziehungskraft in die angrenzenden Stadtteile hinein. Deutliche Indikatoren: Seit Jahren zielen fast alle Bürgerinitiativen auf die Optimierungen vor der Haustür ab, Reduzierung von Durchgangsverkehr, Verhinderung von Zuzug, ab. Superbüttel Freiraum Ottensen, Alstadt für alle Busspuren Uhlenhorst und Winterhude. Die Freizeit, auch mit Kindern wird in Parks, an/auf Elbe und Alster, in den Sportvereinen, an Ost- und Nordsee und im Umland verbracht. Abends geht man in den umliegenden Vierteln oder den Stadtvierteln von Altona aus.

Dieser Prozeß erfasst nach Corona nun auch die anderen Stadtteile, auch hier konzentriert sich das Leben immer stärker im eigenen Umfeld. Hamburg entwickelt sich zu einem Verbund starker Stadtteile.  Es entsteht kein Bedarf an zusätzlichen innerstädtischen Freizeit-, Begegnungs- und Unterhaltungs-Angeboten. Nur für die Gruppe der Jugendlichen mit Migrationshintegrund ist heute gern genutzter Freiraum, für diese jungen Menschen muss es solche Räume weiterhin geben.

Heike Adam

FOTO-QUELLE: Adobe Stock, bearbeitet von Heike Adam

Heike Adam

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